PRTG Lizenzkosten 2026: Was kostet PRTG wirklich?
PRTG wird nach Sensoren abgerechnet, nicht nach Servern oder Geräten. Klingt einfach, ist es aber nicht: Was ein Sensor ist, wo die Lizenzgrenzen liegen und was zusätzlich auf der Rechnung landet, sehen viele Entscheider erst beim ersten Renewal. Hier eine ehrliche Übersicht über die PRTG-Preise 2026, was tatsächlich enthalten ist und welche 4 Stellschrauben die Kosten am stärksten beeinflussen.
Was kostet PRTG 2026?
Paessler verkauft PRTG in 5 Sensor-Stufen plus eine kostenlose Variante. Die Preise sind Listenpreise pro Jahr für die PRTG Network Monitor Subscription (ehemals "Maintenance"). Die alte Perpetual-Lizenz wird seit 2023 nicht mehr neu vertrieben. Bestandskunden können sie verlängern, Neukunden bekommen ausschließlich Subscription.
| Lizenzstufe | Max. Sensoren | Jahrespreis (Subscription) | Pro Sensor / Jahr |
|---|---|---|---|
| PRTG 100 Free | 100 | 0 € | 0 € |
| PRTG 500 | 500 | 1.800 € | 3,60 € |
| PRTG 1000 | 1.000 | 3.204 € | 3,20 € |
| PRTG 2500 | 2.500 | 6.696 € | 2,68 € |
| PRTG 5000 | 5.000 | 12.000 € | 2,40 € |
| PRTG XL1 (unlimited) | unbegrenzt* | auf Anfrage | — |
* "Unlimited" bedeutet in der Praxis: ein Core-Server schafft etwa 10.000 bis 15.000 Sensoren stabil. Darüber hinaus brauchst du Remote Probes oder mehrere Core-Server.
Was ein Sensor wirklich ist (und warum die Zählung Überraschungen birgt)
Die häufigste Fehlannahme: "Ein Server = ein Sensor". Falsch. PRTG zählt jeden einzelnen Messpunkt. Ein durchschnittlich überwachter Windows-Server hat zwischen 12 und 25 Sensoren, ein Managed Switch mit 48 Ports schnell 50+, eine VMware-Hostinstanz inkl. Datastores 30 bis 60.
Beispiele aus der Praxis (mit Lizenzkosten pro Jahr)
Die Zahlen unten zeigen die Range zwischen kleinster und größter Lizenzstufe: 3,60 €/Sensor (PRTG 500) bis 2,40 €/Sensor (PRTG 5000) pro Jahr.
- Windows-Server, normal überwacht: Ping, CPU, RAM, Disk Free C:, Disk Free D:, Service-Status x3, Eventlog x2, Netzwerkkarten x2 = ~12 Sensoren (29 bis 43 €/Jahr).
- Managed Switch (24 Port): SNMP-Traffic In/Out je Port + System-Sensoren = 50–60 Sensoren (120 bis 216 €/Jahr).
- Microsoft 365 Mailbox-Monitoring: ein einziges Postfach = 1 Sensor (2,40–3,60 €/Jahr). 200 Postfächer = 200 Sensoren (480 bis 720 €/Jahr). Hier wird schnell teuer, was harmlos klingt.
- VMware-Host mit 8 Datastores: Hardware, CPU, RAM, je Datastore = ~30 Sensoren (72 bis 108 €/Jahr).
- Cluster-Sensor: einer von Paesslers Multi-Channel-Sensoren mit 50 Channels zählt als ein Sensor (2,40–3,60 €/Jahr statt 120–180 € bei 50 Einzelsensoren). Wichtig zu wissen.
Der Cluster-Channel-Trick ist eine der wenigen offiziellen Möglichkeiten, Sensorkosten zu reduzieren ohne Funktionsverlust. Mehr dazu in Stellschraube 3 unten.
Versteckte Kosten, die nicht in der Lizenz stecken
Die Subscription deckt die Software ab. Was sie nicht deckt:
SMS-Versand
PRTG hat keinen eingebauten SMS-Dienst. Wer Alarme per SMS verschickt, braucht entweder einen Drittanbieter (Twilio, MessageBird, sipgate) oder ein eigenes GSM-Modem. Kosten: 5 bis 15 Cent pro SMS, bei intensiver Nutzung schnell mehrere hundert Euro im Monat. Wer das ignoriert, riskiert eine böse Überraschung. Siehe auch PRTG Alarmierung: Welcher Kanal um 3 Uhr morgens wirklich klingelt.
Server-Hardware bzw. Hosting
PRTG läuft on-premises auf Windows. Eine 1.000-Sensor-Installation braucht etwa 8 GB RAM und einen Quad-Core. Bei 2.500+ Sensoren empfehle ich 16 GB und SSD. Hardware-Kosten: einmalig 1.500 bis 3.000 Euro für eine VM-fähige Maschine oder Cloud-Hosting (Azure VM B4ms etwa 130 Euro/Monat).
Remote Probes
Mehrere Standorte? Brauchen Remote Probes. Die sind kostenlos in der Lizenz enthalten, aber jeder Standort braucht eine kleine Maschine mit Windows-Lizenz. Kalkuliere pro Außenstandort 50 Euro Stromkosten plus die Windows-Lizenz, falls noch nicht vorhanden.
Externe Beratung beim Setup
Eine sauber aufgesetzte PRTG-Installation ist kein Selbstläufer. Wer das alleine macht, investiert typischerweise 5 bis 10 Personentage in Setup, Naming, Templates, Notification-Konzept. Externes Setup-Consulting liegt bei 2.000 bis 6.000 Euro, oft günstiger als die internen Personalkosten.
Die 4 Stellschrauben für niedrigere Lizenzkosten
Stellschraube 1: Sensoranzahl ehrlich aufnehmen
Bevor du eine neue Lizenzstufe kaufst, schau dir den Bestand an. Die typische gewachsene Installation hat 20 bis 40 Prozent Sensoren, die niemand braucht: pausiert seit Monaten, Auto-Discovery-Müll, Duplikate, verwaiste Geräte. Ein 2-Stunden-Cleanup spart oft eine ganze Lizenzstufe. Konkret: 1.500 Sensoren auf 800 reduzieren = von PRTG 2500 (6.696 €) runter auf PRTG 1000 (3.204 €) = 3.492 € Ersparnis pro Jahr.
Den kompletten Cleanup-Fahrplan habe ich hier dokumentiert: PRTG Sensoren aufräumen: Lizenzkosten in 2 Stunden senken.
Stellschraube 2: Auto-Discovery zähmen
Auto-Discovery ist bequem, aber teuer. Wenn du ein Device per Discovery hinzufügst, legt PRTG pauschal Sensoren für alles an, was es findet: SNMP-Interfaces, WMI-Counter, Service-Stati. Bei einem File-Server schnell 40 bis 50 Sensoren, von denen 30 nie jemand anschaut.
Die Lösung: Device-Templates statt Auto-Discovery. Definiere für deine 5 wichtigsten Servertypen (Windows-Domain-Controller, File-Server, SQL-Server, Linux-Webserver, Switch) jeweils ein Template mit den 8 bis 12 Sensoren, die du tatsächlich brauchst. Beim Rollout neuer Geräte: Template anwenden, fertig. Du sparst bei jedem neuen Server zwischen 25 und 40 Sensoren.
Stellschraube 3: Multi-Channel-Sensoren statt Einzelsensoren
Hier wird es technisch, aber lohnt sich. Viele Sensor-Typen lassen sich als Multi-Channel-Sensor mit mehreren Messwerten anlegen statt als Einzelsensoren. Beispiele:
- SNMP Custom Sensors: Einer mit 10 OIDs zählt als 1 Sensor, statt 10 Einzelsensoren.
- HTTP Full Web Page Sensor: Ein Sensor prüft die ganze Seite inkl. Ladezeit, Statuscode, Größe. Statt 3 Einzelsensoren.
- WMI Custom Sensor: Mehrere Performance Counter in einem Sensor mit Channels.
- SSH Script Advanced: Liefert beliebig viele Channels aus einem Linux-Script, perfekt für komplexe Health-Checks.
Praxis: Wer 100 Custom-SNMP-Sensoren konsequent zu 30 Multi-Channel-Sensoren konsolidiert, spart 70 Sensoren ohne Funktionsverlust. Bei einer Installation an der Lizenzgrenze macht das den Unterschied zwischen 2 Lizenzstufen.
Stellschraube 4: Quartalsweise Review-Termine
Kostenkontrolle bei PRTG ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Prozess. Was sich bewährt hat: 30 Minuten alle 3 Monate im Kalender. 3 Fragen:
- Wie viele Sensoren sind aktuell aktiv vs. pausiert?
- Welche neuen Devices wurden in den letzten 90 Tagen angelegt, mit Template oder Discovery?
- Liegt die Sensoranzahl noch in einem komfortablen Abstand zur aktuellen Lizenzstufe?
Wer das 4 Mal im Jahr macht, rutscht nie unkontrolliert in die nächste Stufe. Wer es nicht macht, wundert sich beim Renewal.
Ist PRTG für meinen Anwendungsfall überhaupt das richtige Werkzeug?
Bei aller Optimierung: Manchmal ist die ehrliche Antwort, dass PRTG für die Größe nicht mehr der beste Hebel ist. 3 Schwellen, an denen sich der Blick auf Alternativen lohnt:
- Über 5.000 Sensoren: XL1-Lizenz wird teuer, Performance des Core-Servers wird zur Disziplin. Hier kann Zabbix als Open-Source-Alternative oder Checkmk Enterprise interessant werden.
- Multi-Tenancy / MSP-Szenario: PRTG hat keine echte Mandantenfähigkeit. Wer mehrere Kunden trennen muss, nutzt entweder mehrere Installationen oder schaut sich Tools mit echtem Multi-Tenant-Modell an.
- Hauptsächlich Application Performance Monitoring: PRTG kann das, ist aber nicht spezialisiert. Datadog, Dynatrace oder New Relic sind in dem Bereich technisch überlegen, kosten aber meist deutlich mehr.
Für die typische Mittelstands-Infrastruktur (50 bis 2.000 Geräte, klassisches Server/Netzwerk-Monitoring) ist PRTG nach wie vor das pragmatischste Tool im Markt. Ein detaillierter Vergleich zu Checkmk findet sich in PRTG vs. Checkmk: was dir keiner sagt. Wer schon weiß, dass PRTG nicht mehr passt, findet die strategischen Optionen (aufräumen, Hybrid mit Zabbix, Vollmigration) gegenübergestellt in PRTG zu teuer? 3 Optionen mit Zabbix-Migration im Vergleich.
Die Lizenzkosten sind selten das eigentliche Problem. Das Problem ist, dass die meisten Installationen 30 Prozent zu groß sind, weil niemand sie pflegt.
Zusammenfassung: PRTG-Kosten im Griff
PRTG-Lizenzen sind transparent, die Stufen klar dokumentiert. Aber die echten Kosten entstehen nicht durch den Listenpreis. Sie entstehen durch wuchernde Sensoranzahlen in gewachsenen Installationen, durch ungezähmte Auto-Discovery und durch fehlende Review-Prozesse.
Wer die 4 Stellschrauben konsequent zieht, kann in den meisten Mittelstandsinstallationen 1 bis 2 Lizenzstufen einsparen, das sind 1.400 bis 5.000 Euro pro Jahr. Und nebenbei eine sauberere Installation, in der Alarme wieder etwas bedeuten.
PRTG-Audit als Festpreis-Paket
Sensor-Inventur, Lizenzoptimierung, Naming Convention und dokumentierte Templates. Remote, in 3 bis 5 Tagen. Konkrete Einsparung statt nur Empfehlung.
Noch nicht so weit? Kostenlosen Monitoring-Selbstcheck (12 Punkte, PDF) anfordern